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PayPal MoneyPool WG Alternative: Was ersetzt den Pool 2026?

21. Mai 2026
6 Min. Lesezeit
Thomas Lorenz

Kurzfassung: PayPal hat MoneyPool am 30. September 2021 weltweit eingestellt. Eine direkte Pool-Funktion gibt es bei PayPal seither nicht mehr. Für WGs sind heute drei Alternativen verbreitet: ein gemeinsames Girokonto (DKB, ING, N26 Shared Spaces, Tomorrow), eine Banking-App mit Sub-Konten, oder eine Expense-Sharing-App ohne Sammelkonto. Für gemeinsame Einkäufe ist eine App wie Spießer mit Kassenbon-Scanner praktischer als ein Pool, weil sie pro Artikel aufteilt und am Monatsende per PayPal direkt zwischen den Mitbewohnern ausgleicht.

Viola war Hauptmieterin einer Vierer-WG in Leipzig, als im August 2021 die PayPal-Mail kam: MoneyPool wird zum 30. September 2021 abgeschaltet, bitte das verbleibende Guthaben übertragen. Für Viola und ihre WG ein Problem. Der Pool war seit 2018 ihre WG-Kasse. Jeden Monat 40 Euro pro Person rein, daraus liefen Spüli, Toilettenpapier, Sonderausgaben. 187 Euro waren drauf, als PayPal abschaltete.

Sie sind nicht die einzige WG, die nach einer MoneyPool-Alternative suchte. Die Funktion war in Deutschland zwischen 2018 und 2021 weit verbreitet, gerade in Studenten-WGs. PayPals Begründung für die Einstellung: keine offizielle. Vermutung der Branche: zu wenig Volumen, regulatorische Komplexität nach PSD2.

Warum MoneyPool für WGs so beliebt war

Der Pool hatte drei Eigenschaften, die für WGs perfekt passten. Keine Bank-Anmeldung nötig, alle Mitbewohner mit PayPal-Account konnten beitragen. Geld lag auf einem zentralen Topf, von dem die Hauptmieterin Einkäufe bezahlen konnte. Bei Auszug eines Mitbewohners ließ sich der Restanteil zurückbuchen.

Was MoneyPool nicht konnte: aufschlüsseln, wer wofür wie viel ausgegeben hat. Es war eine Sammelkasse, kein Buchhaltungssystem. Für WGs mit ähnlichen Konsumgewohnheiten reichte das. Für WGs mit Veganern, Bier-Trinkern oder Sportlern war es nie eine vollständige Lösung.

Die drei Wege nach MoneyPool

Weg 1: Gemeinsames Girokonto bei einer Bank

Eine WG legt ein Gemeinschaftskonto an, alle Mitbewohner sind Mitinhaber oder bevollmächtigt. DKB und ING bieten kostenfreie Gemeinschaftskonten an. N26 Shared Spaces (Sub-Konten innerhalb eines Premium-Kontos) kosten ab 4,90 Euro pro Monat. Tomorrow bietet ein Gemeinschaftskonto im Tarif "Now" für 3 Euro pro Monat an.

Vorteil: Lastschriften für Strom, Internet, Rundfunkbeitrag laufen automatisch ab. Nachteil: Bei Auszug eines Mitbewohners muss das Konto umgeschrieben werden. SCHUFA-relevant, bei wechselnden Mitbewohnern aufwendig.

Weg 2: Eine zentrale Person sammelt per Überweisung

Eine Person (meist die Hauptmieterin) hat alle Verträge auf ihren Namen und sammelt monatlich die Anteile der anderen per Dauerauftrag. Funktioniert technisch immer, hat aber eine soziale Schieflage: Eine Person trägt das Vertragsrisiko, alle anderen profitieren ohne Aufwand.

Wer das macht, sollte schriftlich festhalten, was im Auszugs-Fall passiert. Was bleibt auf welchem Vertrag, wer übernimmt, wer haftet für Restforderungen.

Weg 3: Expense-Sharing-App ohne Sammelkonto

Statt das Geld vorher zu sammeln, wird es nachher aufgeteilt. Jede Person bezahlt, was sie gerade kauft, die App erfasst es, am Monatsende werden die Salden ausgeglichen. Spießer, Splitwise und Tricount funktionieren so.

Vorteil gegenüber dem Pool: Keine zentrale Kasse, kein Verwalter, keine Vertragsfragen. Spießer geht einen Schritt weiter und teilt mit dem Kassenbon-Scanner Artikel einzeln auf. Wer das Bier nicht trinkt, zahlt nicht das Bier.

Vergleich: Pool-Alternativen für die WG

Lösung Setup Kosten Auszug eines Bewohners Aufteilung pro Person
DKB Gemeinschaftskonto2–4 Wochen Beantragung0 €Umschreiben nötigNein, nur Sammelkasse
ING Gemeinschaftskonto2–3 Wochen0 €Umschreiben nötigNein
N26 Shared SpacesSofort (Premium-Konto)4,90–16,90 €/MonatSub-Space löschbarEingeschränkt
Tomorrow Now1–2 Wochen3 €/MonatUmschreiben nötigEingeschränkt
Zentrale Person + DauerauftragSofort0 €Verträge umschreibenNein
Splitwise / TricountSofort0 € (Werbung) – 3,99 €Gruppe verlassenNur Gesamtbetrag
SpießerSofortkostenlos in BetaGruppe verlassenJa, pro Artikel

Wer MoneyPool genutzt hat, wollte meist nicht den Pool selbst, sondern die Funktion "WG-Geld an einem Ort". Eine Expense-Sharing-App löst das gleiche Problem, ohne dass Geld zentral liegen muss. Das eliminiert auch die größte Schwäche des alten Pools: Wer behält den Überblick, wenn der Verwalter auszieht?

Was passiert, wenn PayPal das nächste Feature einstellt?

Die MoneyPool-Einstellung 2021 war kein Einzelfall. PayPal hat seitdem auch andere Funktionen abgekündigt, zuletzt 2024 die "PayPal Sandbox Lite" für Entwickler. Wer seine WG-Finanzen auf einer einzelnen Funktion eines Drittanbieters aufbaut, lebt mit dem Risiko, dass diese Funktion verschwindet.

Robuster: Die Buchung der Ausgaben passiert in einer eigenen App (z.B. Spießer), der Geldfluss läuft über Standard-Banking (Überweisung) oder eine zweite Schnittstelle (PayPal als Auszahlungs-Methode). Wenn eine Methode wegfällt, bleibt die Buchhaltung erhalten.

Spießer nutzt PayPal aktuell als eine von mehreren Auszahlungs-Methoden. Die zentrale Buchung der Einkäufe und Kosten bleibt in der App, auch wenn sich am Zahlungsweg etwas ändert. IBAN-Integration ist in Entwicklung.

Spießer Beta: kostenlos, Kassenzettel-Scan, PayPal-Auszahlung

Beta-Zugang ist begrenzt. Beta-Tester erhalten Lifetime-Access auch nach Launch.

Beta-Zugang sichern

FAQ

Wurde PayPal MoneyPool eingestellt?

Ja. PayPal hat MoneyPool zum 30. September 2021 weltweit eingestellt. Bestehende Pools wurden gestoppt und Nutzer aufgefordert, das verbleibende Guthaben auf ein eigenes Konto zu übertragen. Eine offizielle Begründung gab PayPal nicht.

Was ist die beste Alternative zu PayPal MoneyPool für WGs?

Drei Wege: ein gemeinsames Girokonto (DKB, ING, N26, Tomorrow), eine zentrale Person mit Daueraufträgen oder eine Expense-Sharing-App. Für WGs mit gemeinsamen Einkäufen ist eine App wie Spießer praktischer, weil sie pro Artikel aufteilt statt nur Beträge zu sammeln.

Kann ich mit PayPal weiterhin gemeinsam Geld sammeln?

PayPal selbst bietet keinen Pool mehr. Möglich sind direkte Überweisungen an eine zentrale Person oder die Nutzung von PayPal als Auszahlungs-Methode bei Apps wie Spießer, die Schulden zwischen WG-Mitgliedern direkt per PayPal ausgleichen können.

Was kostet ein gemeinsames Konto für eine WG?

Klassische Gemeinschaftskonten kosten 0 bis 12 Euro pro Monat. DKB und ING bieten kostenfreie Gemeinschaftskonten an. N26 Shared Spaces kosten ab 4,90 Euro/Monat, Tomorrow Now ab 3 Euro/Monat.

Lohnt sich ein WG-Sammelkonto überhaupt noch?

Für eine WG mit hoher Fluktuation eher nicht. Bei stabilen, langfristigen WGs lohnt es sich für Lastschriften (Strom, Internet, Rundfunkbeitrag). Für variable Einkäufe ist es schwächer als eine App mit Beleg-Scanner.

Funktioniert ein WG-Sammelpool über andere Anbieter wie Klarna oder Wise?

Aktuell nicht direkt. Klarna und Wise bieten keine vergleichbare Pool-Funktion in Deutschland. Wise hat in einigen Ländern ein Shared-Account-Feature, das hierzulande nicht in derselben Form verfügbar ist.